Der Bleistift


Was ist ein Bleistift?

 

Bleistift in 3 verschiedenen Längen

 

› Bleistifte (auch: Graphitstifte) sind Schreibgeräte mit einer Graphitmine – eingebettet in einen Holzschaft. Hauptsächlich werden sie für künstlerisches Skizzieren und Zeichnungen, zum Stenografieren, oder für Notizen benutzt. Die Vorteile liegen vor allem in der einfachen Verwendung sowie in der Möglichkeit, das Gezeichnete leicht mit einem Radiergummi wieder entfernen zu können.

 

Makro Aufnahme von schwarzer Beistiftspitze und weißem Radiergummi

Die Schreibfähigkeit des Bleistiftes basiert auf der geschichteten Kristallstruktur des Graphits, bei der die Van-der-Waals-Bindung zwischen den Atomlagen so gering ist, dass sie leicht abgerieben werden können.

Bleistifte - unentbehrliche Helfer für Jeden, ob in der Schule, im Beruf oder in der Freizeit. Es gibt Bleistifte für alle Arten von Untergründen, für Holz, Papier, Karton, Beton, Fliesen, Blech, nasses Holz oder Styropor.


Wo kommt der Bleistift her?

Schon vor ca. 5000 Jahren sollen die alten Ägypter Schilfrohr, Bambusrohr oder Papyrusrohr mit flüssigem Blei ausgegossen und als Schreibwerkzeug benutzt haben.

Ab dem 12. Jahrhundert schrieb man mit Griffeln aus Blei-Legierungen, an deren Spitze Silber aufgelötet war. In Stiftform gepresst, wurden diese als Silberstifte auch von vielen Künstlern späterer Jahrhunderte für Vorzeichnungen verwendet.

Schon im 16. Jahrhundert soll vereinzelt mit Stäben aus Graphit geschrieben worden sein.

Bereits in den sechziger Jahren des 17. Jahrhunderts wurden in Holz eingefasste Graphitstäbe aus Borrowdale-Graphit in vielen Ländern verwendet.

1662 wurde schliesslich, in einem Nürnberger Ratsprotokoll, erstmals ein »Bleistiftmacher« aktenkundig, ein gewisser Friedrich Staedtler.


Wie viel Blei ist in einem Bleistift?

»Bleistift« ist vom Begriff her grundsätzlich verkehrt, denn der Graphitstift, so die korrekte Bezeichnung, beinhaltet keinerlei Anteile von Blei. Man hielt damals den Graphit für Bleierz, woraus sich der missverständliche Name Bleistift ableitet.


Wie werden Bleistifte/Buntstifte hergestellt?

Die Graphitmine wird im wesentlichen aus zwei Grundstoffen, nämlich Graphit und Ton hergestellt. Beide Materialien werden sehr fein gemahlen und dann vermischt, wobei die Homogenität und die Feinheit des Mahlguts die Voraussetzung für gute Qualität sind. Durch unterschiedliche Mischungsverhältnisse von Graphit und Ton entstehen unterschiedliche Härtegrade. Je höher der Graphitanteil, desto weicher die Mine, je höher der Tonanteil, desto härter die Mine. Einfluss auf die endgültige Härte haben ebenfalls Brennhitze und Brenndauer.


Bleistift Härtegrade / HärtebezeichnungBleistifte Härtegrad Tabelle, von 9H, 2H, H, HB, B, bis 9B

Die wohl bekanntesten Härtegrade für Bleistifte sind die Bezeichnungen von 9H (extrem hart) bis 9B (besonders weich).

 

Härtegrade Verwendungszwecke

9h - 6h            extrem hart Lithografie, Kartografie, Xylografie
5H - 3H sehr hart technisch detaillierte Zeichnungen und Pläne
2H - Hharttechnische und mathematische Zeichnungen
HBmittelSchreiben, Zeichnen
B - 3BweichFreihandskizzen, Scribbles
4B - 9Bsehr weich        künstlerische Skizzen, Entwürfe, Zeichnungen

 

Da der Bleistifte Härtegrad niemals Standardisiert wurde gibt es gewissermaßen 3 große Standard-HB Werte. In Japan entspricht der Härtegrad HB beispielsweise einem »weich«, in Europa einem »mittel« und in den USA einem »hart« (vgl. Tabelle).


Bleistift Vorteile

Warum sind Bleistifte so vielseitig? Die Vorteile eines Bleistiftes liegen auf der Hand:

Bleistifte sind sehr preiswerte Schreibgräte

verschiedene Härtegrade für verschiedene Einsatzgebiete (siehe oben)

man bekommt einen Bleistift eigentlich überall

erhältlich in den verschiedensten Ausführungen

Die Handhabung eines Bleistiftes ist kinderleicht

Schreibfähigkeit bei jeder Temperatur

Schreibfähigkeit in jeder Lage (sogar über Kopf und im Weltraum!)

Etwas falsch geschrieben? Verzeichnet? Kein Problem – einfach wegradieren

mit Bleistift geschriebenes hat eine hohe Lichtbeständigkeit

Schreiblänge bis zu 50 000 m!

das Geräusch des Schreibens auf Papier und des Spitzers, wenn die Klinge das Holz wegschneidet um den stumpfen Stift »im Handumdrehen« wieder schreibfähig zu machen.


Grafik eines Spitzers für leicht zu spitzende Stifte

Anders als Füller und Kugelschreiber müssen Schreibgeräte aus Holz nachgeschärft werden.
Damit das auch leicht von der Hand geht, sind unsere Stift aus Lindenholz hergestellt.
Denn Lindenholz lässt sich sehr gut spitzen und bietet eine optimale Kombination aus Stabilität
und Flexibilität.


Herstellung

Das entstandene Gemisch wird durch eine Matrize in einen Ministrang gepresst, auf die entsprechende Länge geschnitten und anschließend werden die Minen bei sehr hohen Temperaturen gebrannt. Die fertige Mine wird nun mit Wachs veredelt um einen geschmeidigen Abrieb zu ermöglichen.

 

Die Farbminenherstellung ist grundsätzlich anders.

Diese bestehen aus Farbpigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln und mineralischen Füllstoffen, wie Talkum oder fein- gemahlenes Kaolin. Die Qualität von Farbminen wird durch die Feinheit des Mahlgutes, vor allem aber durch den Anteil und die Güte der Pigmente bestimmt. Je höher der Anteil an Pigmenten ist, um so höher ist die Qualität der Mine und um so besser ist der farbliche Aufstrich. Nach dem Mischen wird das Gemenge ebenfalls durch eine Matrize in Minenform gepresst, die Minen auf die entsprechende Länge geschnitten. Farbminen werden im Gegensatz zu Graphitminen allerdings nicht gebrannt, sondern in Trockenöfen getrocknet. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit erhalten die Farbminen zusätzlich noch ein heißes Fettbad.

Die Holzverarbeitung zur Fertigung von Blei- und Farbstiften werden zunächst in zwei Holzplatten Nuten, entsprechend dem Durchmesser der Mine, gefräst. Die Minen werden zwischen die beiden Platten gelegt und alle miteinander verleimt und bis zur vollständigen Aushärtung zusammen gepresst. Danach werden die einzelnen Stifte zersägt und erhalten auf Hobelmaschinen die äußere Form: rund, drei-, sechseckig oder oval. Anschließend werden die Stifte weiter veredelt, poliert, farbig lackiert, manche mit Tauschkappen oder Lackringen versehen. Um die Herstellung und Verarbeitung von Lacken zu vermindern, werden viele Stifte heute auch unlackiert weiterverarbeitet. Sie werden alle noch mit dem Firmenaufdruck versehen, werden gespitzt und in Schachteln oder Etuis verpackt.


Was ist ein Buntstift?

Der › Buntstift ist ein Farbstift und hat anstelle einer Graphitmine eine farbige Mine aus Farbpigmenten, Fetten, Wachsen, Bindemitteln sowie Mineralien wie Talkum und Kaolin. Er ist ein Schreib- oder Zeichengerät meist mit einer der Minenfarbe entsprechenden Lackhülle. Farb- beziehungsweise Buntstifte dienen vorrangig als Malstifte für Kinder, als Künstlermaterial, aber auch als Textmarker oder Zeichenstift. Im Gegensatz zu Bleistiften, lassen sich die Linien von handelsüblichen Buntstiften nur sehr schwer oder überhaupt nicht ausradieren. Weitere Spezial-Buntstifte sind Aquarellstifte, die ein nachträgliches Vermalen mit Wasser ermöglichen.


Was ist ein Kopierstift?

Der › Kopierstift ist ein Schreib- beziehungsweise Zeichengerät mit einer wasserlöslichen, farbigen Mine, welche zum »dokumentenechten« Zeichnen verwendet wird. Die Holzeinfassung besteht meist aus lackiertem Holz wie bei Bleistiften.


Was ist ein Zimmermanns-Bleistift?

Der › Zimmermannsbleistift (auch: Zimmererbleistift) wird hauptsächlich auf Baustellen oder im privaten Do-it-Yourself-Bereich zum Anzeichnen auf Werkstoffen mit rauer, fester Oberfläche, wie Holz, Beton oder Mauerwerk, eingesetzt. Er unterscheidet sich vom normalen Bleistift in Größe und Form und Funktion. Hauptsächlich wird der Zimmermannsbleistift von Zimmerleuten, Maurern und Betonbauern, sowie im Heimwerkerbereich verwendet. Auf Wunsch wird er gespitzt oder ungespitzt angeboten. Meist wird der Zimmermannsbleistift mit einem scharfen Messer gespitzt. Handelsübliche Zimmermannsbleistifte haben eine standardisierte weiche Mine und einen rechteckigen, der Holzmantel einen ovalen Querschnitt.


Was ist ein Steinhauerstift?

Zimmermannsbleistifte mit einer härteren Mine werden › Steinhauerstifte genannt. Steinhauerstifte werden für das Aufzeichnen von Informationen auf Beton oder Stein, also sehr harten Oberflächen verwendet.


Was ist ein Multigrafstift?

Eine Spezialform des Zimmermannsbleistiftes ist der › Multigrafstift. Dieser Stift besitzt eine spezielle Graphitmine, die sich für die Beschriftung von glatten Oberflächen wie Fliesen, Glas, Metall oder auch Schaumpolystyrol eignet. Üblicherweise werden Multigrafstift-Minen in den Farben Rot, Grün oder Blau geliefert. Die unterschiedlichen Minenfarben sind wichtig, damit der Multigrafstift für unterschiedlich gefärbte Oberflächen eingesetzt werden kann. Der Multigrafstift wird auch Riesenbleistift oder Dreikantbleistift genannt. Der Begriff Dreikantbleistift kommt daher, weil die handelsübliche Holzmantelform des Multigrafstiftes die dreikantige Form ist. Multigrafstifte können aber auch in ovaler Holzmantelform geliefert werden.